Fassade des Gymnasiums Kaiser-Friedrich-Ufer Hamburg
Eindrücke vom Gymnasium Kaiser-Friedrich-Ufer Hamburg

Das Projektcurriculum

Projekt ist …

…, wenn wir keinen Unterricht machen.
…, wenn wir mal raus dürfen.
…, wenn wir zusammen arbeiten.
…, wenn wir selbst entscheiden.
…, wenn wir auch aus Fehlern lernen.
… immer wieder eine neue Herausforderung.

Seit vielen Jahren fördern wir durch Projektunterricht wichtige Lern- und Methodenkompetenzen in unserer Schule. Wieder werden in allen Klassen 5 bis 9 fächerübergreifende Projektwochen durchgeführt. Das heißt: Projektblockungen für 20 Klassen in 15 Schulwochen mit 24 Projekttagen.

Was ist unser Ziel?

Durch Einüben von Lern- und Arbeitsmethoden, Arbeit in Gruppen, selbst gestellte Ziele und Aufgaben soll ab Klasse 5 langfristig eine Verbesserung der Selbstständigkeit sowie ein Bewusstsein für den eigenen Lern- und Arbeitsprozess der Schülerinnen und Schüler erreicht werden. Eine Übernahme und die weitere Nutzung der Kompetenzen in anderen Fächern soll gefördert werden.

Beispiele besonders gelungener Projektarbeiten

Bilderstrecke zum Projekt 6 "Ernährung und Bewegung"

Klasse 5 "Tier – Freiheit und Grenzen"

Fächer: Deutsch, Biologie, Natur & Technik, Bildende Kunst
Zeitraum: vor und nach den Maiferien
Themenwahl: Tierwahl
Konzept: Tierbeobachtungen bei Hagenbeck; Recherche; Bücherkiste; Mappenarbeit; geblockte Stunden
Methoden: Arbeiten in Gruppen, Gruppen­ämter, Sach­text­be­ar­beitung, Quellen­angabe, Inhalts­ver­zeich­nis, mind-map, Pro­jekt­tage­buch, Pro­to­koll von Beobachtungen, Be­schrei­bun­gen, Steck­brief, Inter­net­re­cherche, Text­ver­arbeitung, Bild­be­arbeitung, Layout einer Mappen­arbeit, Präsen­tation in der Klasse und vor Eltern

Kompetenzen werden von anderen Fächern genutzt, weitere Methoden werden eingeführt

Klasse 6 "Ernährung und Bewegung"

Fächer: Biologie, Sport, Deutsch
Zeitraum: nach den Herbstferien
Themenwahl: nach Vorgabe, 16 Themenfelder
Konzept: Befragungen; Kostproben, Plakate, „Messe“-Präsentation; Stundenblockungen;


Methoden: Befragungen und ihre Auswertung, Diagramme, Versuche durchführen, protokollieren und auswerten, eigenständiges Planen von außerschulischen Erkundungsorten, Layout eines Plakats, Powerpoint-Präsentation, Präsentation als „Ernährungsmesse“

Kompetenzen werden von anderen Fächern genutzt, weitere Methoden werden eingeführt

Klasse 7 "Akustik"

Fächer: Physik, Musik, Biologie
Zeitraum: Februar
Themenwahl: nach Vorgabe, eigene Themen möglich
Konzept: Forschen, bauen, Musik machen …; Präsentation der Besten in der Aula; 2 Projekttage und Stundenblockungen
Methoden: Trainieren und Festigen erworbener Kompetenzen, Präsentation aller Klassen in der Aula

Kompetenzen werden von anderen Fächern genutzt, weitere Methoden werden eingeführt

Klasse 8 "Umwelt"

Fächer: Physik, Biologie, Geografie
Zeitraum: November
Themenwahl: Wahl aus vorbestimmten Themen, eigene Themen möglich
Konzept: Forschen, experimentieren; Protokollieren, auswerten, beschreiben; Präsentieren: Vortrag; 2 Projekttage und Stundenblockungen
Methoden: Entscheidungen aus einer Anzahl von Themen mit eigener Schwerpunktsetzung, verpflichtende naturwissenschaftliche Versuche, Präsentationen als Vorträge

Kompetenzen werden von anderen Fächern genutzt, weitere Methoden werden eingeführt

Klasse 9 "Universum"

Beteiligte Fächer:  Am Projekt sind die Fächer Geographie, PGW, Physik und Chemie beteiligt.

Themenwahl: Es gibt prinzipiell eine freie Themenwahl, die sich an den Interessen der Schüler orientiert. Zur Orientierung werden den Schülern Themen vorgeschlagen.
 
Konzept: Die Fachlehrer unterstützen als Mentoren die Arbeit in den Kleingruppen während der Arbeitsphase und bewerten auch den Vortrag.
 
Methoden: Die Bearbeitung der Themen orientiert sich an den Standards der mündlichen Abiturprüfung, d.h. die Schüler erarbeiten sich zum selbst gewählten Thema eine Leitfrage und beantworten diese in einem begründeten Fazit.
 
Präsentationen: Die Präsentationen finden im Fachunterricht statt.

                            Fit für die Profiloberstufe!
 

Erfahrungsbericht: Wie liefen die Projekte?

Im gesamten Schuljahr gab es nun immer wieder Phasen, wo Schülerinnen und Schüler freier als sonst arbeiten konnten. Wir beobachteten sehr intensiv in die Themen einsteigende Gruppen und sahen Schüler nach auswärtigen Terminen mit interessanten Erfahrungen wiederkommen. Wir freuten uns an sehr gelungenen Präsentationen und interessanten Gesprächen mit den nun zu Experten gewordenen Schülern.

Natürlich konnten wir auch Durchhänger und Gruppenkonflikte beobachten, aber solche Probleme sind normal und deren Überwindung ist ein Schritt zur Eigenverantwortung. Die abschließenden Befragungen der Schüler und auch der Lehrer machten insgesamt eine breite Zustimmung deutlich.

Weil das Konzept immer verbesserungsfähig ist, werten wir fortlaufend Anregungen, Kritik und Lob von Eltern, Schülern und Lehrern aus. Damit sichern wir eine ständige Optimierung der Projekte, sowohl in der organisatorischen Durchführung als auch inhaltlich und in den Anforderungen an die Schüler.

Ich möchte hier abschließend Prof. Dr. J. Bastian von der Uni Hamburg, FB Erziehungswissenschaften zitieren: „Der Erwerb von erweiterten Kompetenzen, die nicht nur auf die Aneignung von Wissen gerichtet sind, verlangt Lernsituationen, in denen einem die eigene Wahl und die Strukturierung nicht abgenommen werden, in denen man zu Verständigung und Kooperation herausgefordert ist und in denen die Entwicklung und intensive Verfolgung von eigenen Interessen gefordert werden.“
(KIWISS-Fragen-Forschen-Lernen, S.12 Körberstiftung 2006)

Ute Strubel


Unser neuer Caterer